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eigene Fruchtweine selbst gemacht!

Hier zeige ich euch erstmal zwei Bilder von Gefäßen, in denen man Wein keltern kann:

Fruchtweine sind geschmacklich hervorragende Getränke, die sich durch geringen Aufwand keltern lassen.
Man kann sie im Prinzip aus allen Obstsorten gewinnen. Besonders geeignet sind dafür aber Äpfel, Johannisbeeren
und auch Kirschen. Die "Stärke", also den Alkoholgehalt des Weins kann man selber durch die Zugabe von Zucker
steuern. Dadurch kann man leichte und süffige Obstweine oder anspruchsvolle Dessertweine produzieren. Für den
Anfang muss man sich allerdings ein paar Gefäße und Hilfsmittel zulegen, dir für die Zubereitung unbedingt
erforderlich sind:

  1. Kunststofftank, Gärballon aus Glas, oder große (Wein)-Flaschen
  2. Gäraufsatz (Gärröhrchen)
  3. Stopfen aus Gummi (der das Gärröhrchen mit dem Gefäß luftdicht verbindet)
  4. Reinzuchthefe (am besten Trockenhefe, da man damit leichter umgehen kann)
  5. Zucker
  6. evtl. Kaliumdisulfit (zum Schwefeln des Weins, sorgt für längere Haltbarkeit; Verwendung ist auf der Verpackung angegeben)
  7. einen etwa 2 - 3 Meter langen Kunststoffschlauch
  8. Glasflaschen für den fertigen Wein (z.B. Mineralwasserflaschen)
Der nächste Schritt ist nun die Früchte auszupressen. Eine Weinpresse leistet hier gute Dienste, ist aber leider
auch sehr teuer. Eine preiswertere Methode ist die Früchte in einem automatischen Entsafter auszupressen. Als nächstes
gibt man dann den Fruchtsaft in das (sorgfältig gereinigte!) Gärgefäß. Nun kann man Zucker zugeben. Ich nehme z.B. bei
Johannisbeeren etwa 1 kg Zucker für 5 - 7 Liter Saft. Der Zucker wird später im Verlauf der Gärung fast vollständig in
Alkohol und Kohlendioxid zerlegt. (nach folgender Gleichung: C6H12O6 (Zucker) ------> 2 CO2 (Kohlendioxid) + 2 C2H5OH
(Alkohol) ) Das heißt aus einem kg Zucker werden etwa 500 g reiner Alkohol gewonnen. Die Früchte enthalten in der Regel zu
wenig Zucker, so dass ein Wein mit ca. 3 - 6 vol. % Alkohol das Ergebnis wäre. Ein solcher Wein wäre nicht sehr lange haltbar.
Es ist also durchaus sinnvoll etwas Zucker zuzugeben. (Anmerkung: Bei der nun folgenden Gärung kann ein Gehalt von
18 - 19 vol. % Alkohol nicht überschritten werden, da die Hefezellen bei diesen Konzentrationen absterben! Wird also zu viel
Zucker zugegeben, wird der Wein am Ende sehr süß sein).

Zum Schluß wird noch die Trockenhefe zugegeben. Man nimmt etwa einen Teelöffel für 5 Liter Saft. Dann wird das Gefäß luftdicht
verschlossen und das Gährröhrchen aufgesetzt. Es darf im Verlauf der Gärung kein Sauerstoff in das Gärgefäß kommen! (Da sich sonst
Essigbakterien anhäufen können, die den Wein ungenießbar machen).

Nach etwa 2 bis 3 Tagen steigen die ersten Gasbläschen durch das Gährröhrchen. Das entweichende Gas ist Kohlendioxid, welches die
Hefe aus dem Fruchtzucker freisetzt. Gleichzeitig entsteht Alkohol. Die Gärung sollte in einem dunklen Raum durchgeführt werden, da
Sonnenlicht störend auf den Prozess einwirkt. Nach etwa 5 bis 6 Wochen steigen keine Gasbläschen mehr auf. Der "Jungwein" ist jetzt
schon fast fertig. Am Boden des Gärgefäßes hat sich ein gelblicher Belag aus Hefe abgesetzt. Diesen sollte man beim nächsten Schritt
nicht aufwirbeln. Man gibt jetzt den Plastikschlauch in das Gärgefäß und stellt daneben ein weiteres großes Gefäß mit etwa dem selben
Inhalt auf. Das zweite Gefäß muss tiefer stehen als das erste. Wir nehmen uns jetzt einen einfachen physikalischen Trick zu Hilfe. Man
saugt an dem Schlauch an, bis die ersten Tropfen Wein in den Mund strömen und halten dann das Ende des Schlauches sofort in das andere
Gefäß. Weil dieses tiefer steht als das andere wird der ganze Wein in das untere Gefäß laufen. (Vorsicht, dass der Hefebelag nicht
aufgewirbelt wird).

In dem unteren Gefäß haben wir jetzt den Jungwein. Man reinigt jetzt das erste Gefäß von der Hefeschicht und gibt den Wein wieder hinein.
Dann verschließt man das Gefäß wieder mit dem Gärröhrchen. Nach weiteren zwei Wochen kann man den Wein dann auf Flaschen umfüllen. Nach einer
Reifezeit von weiter ein bis zwei Monaten ist der Wein fertig und geschmacklich am Höhepunkt. Man sollte ihn bald aufbrauchen, da er nicht
unbegrenzt haltbar ist. (Ich musste diese Feststellung schon machen bei einem Wein der noch keine zwei Jahre alt war).

Anmerkung: Man kann diese zweite Gärung auch auslassen und den Wein gleich in Flaschen abfüllen, wenn man ihn ca. 8 Wochen in dem ersten
Gefäß läßt. (Ich mache es immer so)

Man sollte darauf achten, dass so wenig aufgewirbelte Hefe wie möglich in die Flaschen mitabgefüllt wird, da diese dem Wein sehr schnell
einen merkwürdigen und unangenehmen Geschmack verleiht, wenn sie sich zu zersetzten beginnt).

Ich wünsche viel Spaß beim Weinkeltern und Trinken!